Interview mit Ulrike Siemann und Dr. Hellmut Weber

Lebenslanges Lernen

>> Ulrike, Hellmut mit Euch sitzen hier die zwei „Dienstältesten“ bei PS Consulting und diejenigen, die schon ein paar Jährchen über der Lebensmitte sind. Damit habt Ihr doch eigentlich „ausgelernt“?

Ulrike: Hellmut haben wir das tatsächlich? Also ich für mich kann da nur sagen, ich lerne jeden Tag Neues. Mit jedem Seminar, von allen Teilnehmern, von den Kollegen, ich möchte sogar sagen, von allen Menschen, die mir begegnen. Und wissen Sie was, das hält mich jung und geistig fit.

Hellmut: Absolut, das kann ich nur unterstreichen. Erst im letzten Seminar „Konflikte lösen und verhandeln“, durfte ich wieder erfahren, wie wertvoll es ist, wenn man sich auf die Bedürfnisse der Teilnehmer einlässt und was man dann selbst Neues lernen darf. Es kam der Wunsch auf, das Thema „Smalltalk“ bei der Gesprächsgestaltung näher zu beleuchten. Also habe ich kurzerhand mein „Seminardrehbuch“ geistig umgeschrieben und wir haben uns diesem Thema in Form von Brainstorming und einer Diskussionsrunde gewidmet. Man lernt nie aus! Und das Beste war, der überwiegende Teil der Seminarteilnehmer hatte schon 20+ Jahre Berufserfahrung.

>> Eigentlich sollte man doch meinen, dass man mit so viel Berufserfahrung schon alles weiß? Smalltalk ist doch nun wirklich nichts, was man lernen muss?

Hellmut: Um das geht es hier auch gar nicht. Es geht darum, dass die Teilnehmer sich ihre Neugierde bewahrt haben. Sie wollen Neues erfahren. Sie wollen von Experten wie uns die Spezifika, Einzelheiten, Grundprinzipien, um sie dann für sich zu betrachten, zu bewerten und zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. Damit liefern wir nicht nur einen Werkzeugkasten, sondern wir vermitteln gleichzeitig die Verwendung der Werkzeuge, wir vermitteln das Verständnis für die Abläufe und den optimalen Einsatz der Werkzeuge und damit entsteht Produktivität. Da habe ich einen Spruch, den ich in unseren Seminaren immer wieder gerne verwende: „If you only have a hammer, you tend to see every problem as a nail.“.

>> Ah, ich verstehe. Wir müssen lernen wollen! Offen sein für Neues und das ist natürlich unabhängig vom Alter.

Ulrike: Ja genau! Sehen Sie, ich lerne schon mein ganzes Leben. Zunächst in meiner Zeit als Angestellte. Über 20 Jahre durfte ich Erfahrungen sammeln als Projekt- und Abteilungsleiterin und dann, mit dem Start in die Selbstständigkeit 1988, mit jedem neuen Kundenprojekt, oder aufgrund meiner Weiterbildungsmaßnahmen zum Thema systemisches Coaching, der Ausbildung zur Transaktionsanalytikerin oder im Rahmen meiner Weiterbildung zum NLP Practitioner. Außerdem habe ich mir mit dem Gang in die Selbstständigkeit auch einen Wunsch erfüllt. Ich kann endlich meinen „grünen Daumen“ ausleben, zunächst in meinem selbst renovierten Bauernhaus, seit mehr als 15 Jahren und intensiv seit November 2010 auf der Kanareninsel – La Palma. Und da geht es dann gleich weiter mit dem Lernen – andere Länder, andere Kulturen, andere Sprache. Also habe ich Spanisch gelernt und bin heute in der Lage, unsere Projekte in deutscher, englischer und spanischer Sprache durchzuführen.

Hellmut: Ja, da kann ich mich gleich anschließen. Für mich gehört das Lernen zum Leben wie das Atmen. Angefangen mit meinem Abschluss als Diplom-Mathematiker mit anschließender Promotion oder während meiner Zeit als Angestellter, ebenfalls als Projekt- und Abteilungsleiter oder während meiner Ausbildung zum systemischen Berater in Heidelberg, für mich ist Lernen gleichzusetzen mit Leben!

Und dann gibt es da noch eine weitere Parallele. Meine zweite Heimat ist die Toskana. Gemeinsam mit meiner Frau hab ich dort ein Häuschen mit einer Terrasse und einem wunderschönen Blick auf die Olivenhaine. Auch für mich war sehr schnell klar, wenn ich dort lebe, dann möchte ich auch das Land, die Leute und die Sprache kennenlernen. Also habe ich italienisch gelernt. Mein Ziel, ich wollte es so gut können, dass ich in der Lage bin, unsere Seminare in italienischer Sprache zu halten.

>> Und hat es geklappt?

Hellmut: Ja und nicht nur das. 2001 habe ich beschlossen mein Französisch, einst gelernt durch meinen Studienaufenthalt in Frankreich und damit schon einige Jahrzehnte zurück liegend, wieder aufzufrischen. Heute leite ich unsere Seminare in deutscher, englischer, italienischer oder französischer Sprache.

>> Also irgendwie habe ich den Eindruck, bei Ihnen ist das Thema „lebenslanges Lernen“ geradezu Programm. Aber Moment mal, Ulrike, Sie in La Palma, Hellmut, Sie in der Toskana? Reisen Sie für jeden Kundenauftrag aus dem Ausland an?

Ulrike: Ja, könnte man so sagen. Aber ich glaube jetzt müssen wir unser Geheimnis lüften, Hellmut? Wir sitzen hier nämlich in München Schwabing, blicken aus dem Fenster auf einen ruhigen Innenhof und freuen uns auf das erste Grün, dass sich jetzt schon zeigt. Von diesem deutschen „Heimathafen“ aus führen wir dann meist mehrere Aufträge durch, bevor wir in unsere südlichen Domizile zurück reisen.

Hellmut: Ja stimmt und damit ist gemeint, Ulrike, meine Frau und ich, wir drei haben seit 2 Jahren unsere „Alten-WG“ hier in der Schwabinger Wohnung! Nachdem jeder von uns seine zweite Heimat im Süden hat, sind wir vor 2 Jahren auf die Idee gekommen, wir könnten uns doch meine Wohnung hier in München teilen. Hier lebe ich schon seit 1977 und das ist, neben meiner Frau, mit der ich schon seit 27 Jahren verheiratet bin, die größte Konstante in meinem Leben. Ich habe das so geregelt, dass ich für die Seminare anreise und die Rückreise mache ich dann immer in zwei Etappen gemeinsam mit meiner Frau. Das bedeutet, wir suchen uns auf unserem Weg zurück in die Toskana, jedes Mal eine andere Stadt aus, die wir erkunden möchten. Das organisieren wir echt stressfrei – das ist eben die Gelassenheit des Alters.

>> Ja, das muss ich jetzt wirklich erwähnen. Sie beide machen auf mich einen so gelösten, gelassenen und entspannten Eindruck. Sie strahlen Lebensfreude aus. Das kommt mir vor wie ein guter Wein. Der wird mit dem Alter immer wertvoller, vorausgesetzt man lagert ihn richtig und dreht ihn ab und zu.

Ulrike: Das ist ein sehr guter Vergleich. Und wir sind eben für unsere Lagerung und dafür, dass wir konstant gedreht werden, selbst verantwortlich. Die Lagerung ist das Eingebettet sein in ein persönliches Umfeld, das einem positive Energie spendet und die Drehungen, das ist die Fähigkeit, immer wieder seine Blickrichtungen zu ändern, Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten und offen zu sein für Veränderungen.

Hellmut: Das passt wirklich. Und wenn wir es auf unsere Seminare übertragen, dann bedeutet das, jeder Teilnehmer bringt sich ein mit dem, was er hat, und ist damit immer wertvoll für die anderen. Das Gesamte ist nämlich immer mehr als die Summe der Einzelteile!

Hellmut, Ulrike, wie lange dürfen wir Sie denn noch in Aktion erleben?

Ulrike: So lange wir Kunden wie z. B. die M+W Group Europe haben, noch sehr lange. Das ist eine Firma, die gewillt ist Veränderungen im Unternehmen herbeizuführen und jeden Mitarbeiter, egal welchen Alters, daran teilhaben zulassen. Das bedeutet für mich nämlich, ich darf meine Erfahrung weitergeben, ich bekomme aber auch unheimlich viel zurück.
Klar, was ich heute merke, nach zwei Seminartagen von 7:30 bis 18:00 Uhr ist es Zeit für eine „Auszeit“. Man gibt doch viel von sich selbst hinein und dann ist es gut, wenn man einen Ausgleich hat. Für mich ist das Qui Gong – jeden Morgen und wann immer ich freie Zeit habe. Wenn ich in La Palma bin, dann einmal in der Woche am Strand beim Sonnenuntergang. Das ist dann für mich pure Kraft schöpfen, zur Ruhe kommen in meine Mitte zurückkehren. Ganz nebenbei bemerkt, kann auch Unkraut zupfen sehr entspannend sein.

Hellmut: Mir geht es ähnlich. Ich werde noch lange mitmischen, wenn meine Kunden und die Seminarteilnehmer das zulassen. Ich habe bei vielen Themen, insbesondere beim persönlichen Coaching, die notwendige Seniorität zuzuhören und im richtigen Moment die richtigen Fragen zu stellen. Obwohl ich sehr strukturiert bin, bin ich aber auch gelassen genug, mich in die aktuelle Situation hinein zu begeben, einen Schritt zurückzutreten, um den Einzelnen oder die Gruppe und die Gruppendynamik in den Vordergrund zu rücken. Das Ergebnis: Ein Seminarteilnehmer sagte mir mal: „Sie haben durch Ihre Art der Seminarführung das Potenzial aus jedem Einzelnen von uns herausgeholt. Es war spannend bis zum Schluss.“ Das freut mich natürlich und spornt mich an weiter zumachen.

>> Also ich muss ehrlich sagen, ich könnte mich noch stundenlang mit Ihnen unterhalten. Ich danke Ihnen vielmals für die vielen Eindrücke, die Sie uns mit auf den Weg gegeben haben. Ich habe in der vergangenen Stunde auch viel lernen dürfen. Vielen Dank dafür.

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Henry Ford