Interview mit Ralf Peterhoff

Interkulturelle Projekte

Wir stellen vor: Ralf Peterhoff

Unser Trainer und Berater Ralf Peterhoff

Seit Mai 2011 ist Ralf Peterhoff fester Bestandteil unseres Teams. Das Thema Projektmanagement begleitet den gebürtigen Rheinländer und 3-fachen Familienvater aber schon seit 30 Jahren in unterschiedlichen Funktionen bei international agierenden Firmen. „Langfristige Routine ist nicht mein Ding“ sagt, er wenn man ihn darauf anspricht, was ihn antreibt.

>> Ralf, wie sind Sie zu PS Consulting gekommen?

Ralf: Der Kontakt zu Patrick besteht schon seit den frühen 90er Jahren, als ich selbst meine Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich Projektmanagement gestartet habe. Wir haben uns seit dieser Zeit nie wirklich aus den Augen verloren, sodass ich auch nicht lange zögern musste, als Patrick und ich über eine mögliche Zusammenarbeit gesprochen haben.

>> Seit den frühen 90er Jahren, da sind Sie ja ein richtig „alter Hase“ und haben bestimmt schon einige berufliche Situationen hinter sich?

Ralf: Ja, das kann man so sagen. Nach meinem Studium zur Elektrotechnik 1981 war ich als Projektleiter für die Entwicklung der ME30 Software, später dann Solid Designer bei Hewlett-Packard verantwortlich. Das war dann auch die Zeit, in welcher ich mich meiner Ausbildung bzw. Qualifizierung gewidmet habe. Die Qualifizierungsmaßnahmen wurden HP intern durchgeführt und Patrick Schmid war damals Manager der Trainingsabteilung. Mit dem SpinOff der Agilent Technologies von Hewlett-Packard im Jahre 1999 hat sich auch mein Verantwortungsgebiet verändert und ich war als Prozessmanager nun auch für die Ausbildung der Mitarbeiter im Bereich Projektmanagement mit dem Schwerpunkt Projektplanung verantwortlich. 2006 stand dann die nächste Veränderung an. Ich wechselte als Operational Support Manager zu Flextronics (ein weltweit operierender EMS), der Standort Böblingen wurde vier Jahre später aufgelöst.

>> Sie erzählen das so spannend, man hat den Eindruck Sie suchen die Herausforderung geradezu

Ralf: Absolut! Langfristige Routine ist nicht mein Ding. Ich bin für Veränderungen jederzeit offen. Was angesichts der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt auch unumgänglich ist.

>> Nun, Veränderungen haben Sie ja ab sofort mehr als jemals zuvor? Immer wieder neue Trainingsinhalte mit immer wechselnden Trainingsteilnehmern. Und das erste Projekt im August gleich in China!

Ralf: Exakt! Die erste Amtshandlung war zunächst meine PMP-Zertifizierung.

>> Wie PMP-Zertifizierung? Sie machen doch schon seit 30 Jahren Projektmanagement.

Ralf: Ja sehen Sie, dass ist wie mit dem Autofahren. Um Fahrlehrer zu werden, brauchen Sie auch eine theoretische Prüfung, egal wie gut und wie lange Sie bis zu diesem Zeitpunkt schon Autofahren. Im übertragenen Sinne, mit 30 Jahren haben sie natürlich sehr gute Kenntnisse im „mittleren“ Bereich, arbeiten weitsichtig und vorausschauend. Aber meist fehlt es an den Kenntnissen im Bereich Produktspezifikationen. Ich kann nur jedem empfehlen, egal wie viel praktische Erfahrung vorhanden ist, diese Zertifizierungen zu machen.

>> Wie ging´s dann weiter? Gleich die ersten Trainings gehalten?

Ralf: Kann man so sagen. Zunächst natürlich als Co-Trainer. Das war dann sozusagen “Training on the Job”. Dann aber im August gleich die Gelegenheit meine Trainerkompetenz in China in die Praxis umzusetzen. Natürlich hat mir meine über 20jährige praktische Erfahrung als Projektleiter u.a. auch für Asien und China dabei sehr geholfen.

>> Treffen da nicht Welten aufeinander?

Ralf: Ja und nein. Sehen Sie China wird bei uns häufig noch als Entwicklungsland gesehen. Das ist aber völlig falsch. Die jungen Menschen sind sehr viel westlicher ausgerichtet, als wir uns vorstellen. Außerdem forciert China permanente Veränderung. Ein Beispiel: In der 9 Millionen Metropole Shenyang werden große Teile der Innenstadt abgerissen und hochmodern wieder neu aufgebaut. Man sagt China schafft einen Umbruch innerhalb einer Generation, während wir in Deutschland 100 Jahre, also 5 Generationen dafür benötigen.

>> Aber es sind doch unterschiedliche Kulturen und das ist doch in den Menschen verankert und sitzt ganz tief?

Ralf: Ja das stimmt. Deshalb ist es wichtig, sich auf die andere Kultur einzulassen und sich damit auseinandersetzen. Man muss z.B. lernen, dass man in Japan oder China nie ein direktes „nein“ zu hören bekommt. Da kommt unsere direkte Art nicht immer so gut an. Wichtig ist an der Stelle, die Signale zu kennen, sie richtig verstehen und das i-Tüpfelchen ist es, wenn Sie jemandem aus dem anderen Kulturkreis in Ihr Team bekommen. Diese Person kann alle in die richtige Richtung führen. Ich hatte bei diesem Training aber auch das Glück Teilnehmer dabei zu haben, welche schon in Deutschland gelebt haben und auch sehr gut deutsch sprachen.

>> Das hört sich spannend an. Wenn Sie an Ihren Trainingseinsatz zurück denken, was zaubert Ihnen heute noch ein Lächeln ins Gesicht?

Ralf: Einige der Spiele; Die Trainingsinhalte werden immer wieder durch Teamspiele veranschaulicht oder gefestigt. Da haben wir wirklich sehr viel gelacht und die Spiele waren wirklich intensiver als mit einer „reinen“ deutschen Gruppe. Auch die anschließende Umsetzung war geprägt von der Motivation, etwas lernen zu wollen. Ja wir haben alle eine sehr intensive Zeit erlebt. Wir haben ein 3-tägiges Training auf 2 Tage komprimiert und in einer Woche 3 Teams erfolgreich geschult.

>> Das klingt aber stressig! Hatten Sie da überhaupt Zeit sich zu a-klimatisieren oder Land und Leute außerhalb des Trainingsraumes kennenzulernen?

Ralf: Aber selbstverständlich. Ich bin einige Tage vorher angereist und konnte mich so auf das Training sehr gut vorbereiten und auch die Zeitverschiebung gut kompensieren. Und das Thema Land und Leute – natürlich, das lässt man sich doch nicht entgehen. Ich habe einige sehr schöne Bilder gemacht. Ich denke zwei sind ganz besonders hervorzuheben. Einmal das „traditionelle“ China – Tempel, alte Gebäude und als Gegenpol das „moderne“ China – verglaste Wolkenkratzer, moderne Gebäude. Ich finde es immer wieder faszinierend andere Länder, Kulturen und Menschen erleben zu dürfen.

>> Ja, Sie strahlen richtig. Aber damit sind Sie ja dann auch der richtige Mann für die interkulturellen Projekte bei PS Consulting. Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Ralf: Noch mindestens 10-15 spannende, erlebnisreiche Berufsjahre mit dem Ziel, ganz viel von meinem Wissen, meiner Erfahrung und meinen Kompetenzen an andere weitergeben zu dürfen. Das China-Projekt war spontan und das ist es was ich liebe, das macht mir Spaß. Aber ich möchte natürlich auch Zeit mit meiner Familie verbringen und meine Hobbies nicht ganz vernachlässigen.

>> Na dann wünschen wir Ihnen auch weiterhin viel Freude bei allem was Sie angehen und bedanken und ganz herzlich für Ihre Zeit.