Agil, klassisch oder beides?

PMI Chapter-Meeting und PM Forum am 26. Juni 2017 in Haiterbach

Nie im Leben hätten wir gedacht, bei 30 Grad 60 hochmotivierte Projektleiter noch Haiterbach locken zu können. Bereits zum 5. Mal fand in unseren Räumen das PMI® Chapter-Meeting statt. Drei spannende Vorträge, hochkarätige Referenten, eine hochmotivierte Gruppe und viel Raum für Austausch haben diesen Montag zu einem grandiosen Wochenanfang gemacht.

Der Abend hat eines gezeigt: Es gibt viele Ansätze für die Abwicklung von Projekten: Klassisch, agil oder auch beides – wichtig ist, dass es für das Unternehmen, seinen Markt und seine Projekten geeignet ist. Beim Thema „agiles Führen“ wurde deutlich, dass es darüber hinaus zur eigenen Persönlichkeit passen muss. Die Referenten zeigten die ganze Bandbreite – aus der Praxis für die Praxis.

„Was haben das Projektmanagement Forum in Haiterbach und das Weihnachtsessen der PMI® Local Group Stuttgart gemeinsam? Beides sind herausragende Veranstaltungen im Jahr, für die man sich als Projektleiter frühzeitig Plätze sichern muss“, so der begeisterte Tenor eines Projektleiters.

Interessante Themen rund ums Projektmanagement, hochkarätige Referenten und die Möglichkeit zum Austausch mit Kollegen aus den unterschiedlichsten Branchen lockten am Montagabend bereits zum 5. Mal über 60 Projektleiter und Führungskräfte zu uns nach Haiterbach.

Andrea Zweifel, die Organisatorin des PMI® Chapters in Stuttgart eröffnete den Abend.

PM-Forum-2017
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Im ersten interaktiven Vortrag stellte Patrick Schmid „Agile Führung“ vor. Dieser neue Managementansatz wird gerade in Zeiten der Veränderung stark diskutiert. Viele Unternehmen treibt die Befürchtung um, zu langsam oder zu unflexibel zu sein und dadurch von der Konkurrenz abgehängt zu werden. Klassische Führungsstile kommen hier an ihre Grenzen. Ganz nach dem Satz von Darwin: „Es ist nicht die stärkste Spezies die überlebt, auch nicht die intelligenteste, sondern eher diejenige die am ehesten bereit ist sich zu verändern.“

Kurze Reaktionszeiten und mehr Planungssicherheit erwarten die Teilnehmer von diesem neuen Führungsstil. Auf sehr unterhaltsame Weise zeigte Patrick Schmid auf, was agile Führung bedeutet, gab Denkanstöße und ermutigte die Projektleiter und Führungskräfte, diesen Stil in ihrem Bereich selbst einmal auszuprobieren – vorausgesetzt, der Führungsstil passt zur eigenen Person und den eigenen Projekten.

Bei komplexen Projekten, in denen unterschiedliches und spezifisches Knowhow notwendig ist, profitieren Unternehmen von agilen Methoden, so der Geschäftsführer von PS Consulting. Der Tenor der Teilnehmer war eindeutig: Agile Führung geht nur mit einer entsprechenden inneren Einstellung, mit hohem Vertrauen in die Mitarbeiter und der Bereitschaft der Führungskraft loszulassen. Mit einem Augenzwinkern gab Patrick Schmid zu, dass für ihn – als Chef – das Übertragen von Verantwortung und loslassen oftmals schwieriger ist, als selbst „die Finger drin zu haben“.

Im zweiten Vortrag änderte sich der Blickwinkel – weg von der Führungskraft hin zum Projektteam: In seinem Erfahrungsbericht schilderte Tobias Lehmann, Agile Coach und Trainer bei PS Consulting, wie Teams zu Hochleistungsteams entwickelt werden können und wie die Zusammenarbeit und das Vertrauen in agilen Teams gefördert werden kann. Sehr anschaulich präsentierte er anhand von verschiedenen Modellen und einer aktuellen Studie des Unternehmens Google, wie sich Top-Teams und durchschnittliche Teams unterscheiden.

Wichtigste Erfolgsfaktoren für Top-Teams sind beispielsweise ehrliche und vertrauensvolle Beziehungen, eine offene und konstruktive Kommunikation, sowie die Formulierung von klaren und für das Team bedeutsamen Zielen. Im Anschluss stellte er mehrere erprobte Methoden vor, wie in der Praxis Beziehungen im Team vertieft werden, wie Konflikte geklärt und die Selbstverantwortung des Teams entwickelt werden kann. Aber: Als Voraussetzung für ein Hochleistungs-Team braucht es ein passendes Führungsverhalten!

PM-Forum-2017
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Wie können einheitliche Projektmanagement-Strukturen implementiert werden, wenn Planung, Durchführung, Dokumentation, Kommunikation, Abschluss, etc. innerhalb eines Unternehmens unterschiedlich sind? Antworten auf diese spannende Frage lieferte Martin Steidle, interner Berater im Bereich Verbesserungsprozesse bei einem sehr beeindruckenden, weltweit tätigen „Hidden Champion“ in Süddeutschland, dessen Kernkompetenz in der hochpräzisen Massenfertigung von textilen Werkzeugen liegt.

Zur Analyse der Ist-Situation führte das Unternehmen quer durch alle Sparten eine Befragung über den Reifegrad des Projektmanagements durch. Das Ergebnis: Es gibt viele unterschiedliche Methoden und Vorgehensweisen zur Abwicklung von Projekten, viele Dokumente zum gleichen Thema, unklare Rollen, zu viele „Fürsten“, die ihren eigenen Bereich haben wollen.

Eindrucksvoll schilderte Martin Steidle den kontinuierlichen Prozess der Einführung eines einheitlichen Projektmanagements. Ein wichtiges Erfolgskriterium sei die Einbindung und die Akzeptanz der Führungskräfte und Mitarbeiter. Eine Einheitlichkeit ist nur zu schaffen, wenn dies über alle Ebenen des Unternehmens eingefordert wird. Für alle Unternehmen in ähnlicher Situation empfiehlt er darüber hinaus, die „Leitplanken“ anfangs nicht zu eng zu legen und diese im Laufe der Professionalisierung zu justieren.

Bei einem Imbiss und angeregten Gesprächen ließen die Teilnehmer den interessanten Abend ausklingen. Patrick Schmid ist sich sicher: Das Chapter-Meeting geht 2018 in die nächste Runde.

Unser Service für Sie:

Die Vorträge des PMI Chapter-Meetings und PM Forums am 26. Juni 2017 zum Download finden Sie hier:

Agile Führung im Projektmanagement – Patrick Schmid, Geschäftsführer PS Consulting

Hochleistungsteams entwickeln – Tobias Lehmann, Agile Coach und Trainer PS Consulting

 

Und falls Sie an Beratung oder an Seminaren interessiert sind, um Projekte agiler oder das Projektmanagement einheitlicher zu gestalten, kontaktieren Sie uns. Wir freuen uns auf Sie!